Herzlich willkommen liebe Kollegen, könnte man an dieser Stelle
fast sagen.
Welcher Nicht-Bassist klickt denn schon auf einen Link namens
"Equipment"?
Hier in aller Kürze erst mal eine Aufzählung, was für
Zeug bei mir momentan zum Einsatz kommt:
Wenn ich mit
Amp spiele:
Balsereit-Pickup
Zadow-Combo
manchmal: Hallgerät Alesis Nanoverb
Wenn ich direkt in die
PA spiele:
ebenfalls Balsereit-Pickup, in Kombination mit
Grossmembranmikrofon BPM CR95
Zweikanaliger Röhrenpreamp von ART
Bass-EQ Bodentreter von BOSS (altes, nicht mehr
erhältliches Modell)
Hier zu erzählen wie ich zu diesen Sachen gekommen bin
würde den Rahmen dieser Website absolut sprengen, so derartig
viel habe ich rumprobiert. Vielleicht werde ich das irgenwann mal
alles aufschreiben und unter www.wie-ich-mein-Euipment-fand.de
veröffentlichen.;-)
An dieser Stelle soll der Hinweis genügen, dass ich mich -wie
viele von euch sicher auch- auf einer langen Odyssee befand und noch
befinde, um ein Equipment zu finden, was meiner Klangvorstellung
möglichst gut entspricht.
Irgendwann bin ich im WWW auf die
Seite von meinem
Kollegen Johannes Schädlich gestossen. Dort findet sich ein
längerer Text (unter "Texte/Equipment"), in dem er auf
sehr unterhaltsame Art seine persönlichen Erfahrungen zu diesem
Thema beschreibt.
Ich war schon überrascht, wie sehr sich seine Schilderung mit
meinen Erfahrungen deckt, ganz ähnlich hatte ich die Sachen, die
er ausprobiert hatte, auch wahrgenommen. Das Ergebnis war, dass ich
mir dann die Pickup/Amp Kombination, die er letztendlich für sich
gewählt hat auch gekauft habe, in der Annahme dass mir das ja
dann auch zusagen müsste.
So kam ich zum Balsereit Pickup und dem Contra-Amp von Acoustic
Image.
Von dem Pickup bin ich nach wie vor begeistert, den Verstärker
benutze ich aus zwei Gründen nicht mehr:
1) Er ist oft zu leise.
2) Er ist für meine Zwecke zu empfindlich gegen
Spannungsschwankungen.
Der zweite Punkt bedeutet, dass sich der Amp bei
"schlechtem" Strom, also wenn z.B. nur 200V statt 220
ankommen, einfach abschaltet. Ich habe das in der Zeit, in der ich ihn
benutzt habe (ca. 1 Jahr) zwei Mal erlebt.
Zugegeben, das waren wirklich extreme Locations, aber mit sowas muss
man bei modernen Eventagenturen eben rechnen, da werden die
Top-Manager schon mal in einem umgebauten Schweinestall
verköstigt...;-)
Ich hatte glücklicherweise beide Male noch einen zweiten
Verstärker dabei, der mich dann "gerettet" hat.
Nach diesen Erfahrungen habe ich mich aber nicht mehr getraut, nur
mit dem Contra loszugehen.
Ich habe dann auch bei Acoustic Image deswegen nachgefragt, aber das
ergab lediglich, dass dieses Problem wohl selten auftritt, und mit
einem Spannungsstabilisator gelöst werden kann. Das ist aber ein
teures schweres Ding. Zwei Mal pro Jahr Trouble ist mir auch zu oft,
ich muss mich als Profi auf mein Zeug verlassen können.
Allerdings erwies es sich als überaus lästig, auf die Dauer
mit zwei Amps unterwegs zu sein. Jeder der in diesem Bereich arbeitet,
wird sich das sicher gut vorstellen können. (Stichwort:
"Können Sie jetzt noch da drüben ein bischen
weiterspielen?")
Also musste ein Amp her, der möglichst so klingt wie der Contra
(denn der klingt super), aber lauter ist und absolut
zuverlässig.
Irgenwann wurde ich dann fündig in der Gestalt des
Zadow-Combos. Das ist ein
Verstärker von einem Techniker aus Braunschweig, der quasi den
Contra von Acoustic Image nachgebaut hat und dabei insbesondere das
Prinzip des "downfiring" Speakers übernommen hat.
Allerdings hat er auf den "binären" Verstärker,
der beim Contra für die Empfindlichkeit gegen
Spannungsschwankungen verantwortlich ist, verzichtet und ihn mit mehr
Leistung ausgestattet.
Trotzdem kann man den Amp gut mit einer Hand tragen. (In der anderen
Hand hat man ja die liebe Omi ;-)
Das ist jetzt schon cool, ich komme mit dem kleinen Ding da
hingeschlendert, und kann dann trotzdem lautstärkemässig gut
mit dem Schlagzeug mithalten, sofern vorhanden. Oder der Veranstalter
hat vergessen, dass er auch eine PA buchen müsste, dann kann man
mit dem Zadow-Combo wirklich schon gut Alarm machen.
Trotzdem hat er aber diesen runden Klang, den sonst nur der Contra
bringt.
Soviel erstmal zum Thema Verstärker.
Zum Balsereit-Pickup braucht man ja nicht mehr viel zu sagen, der ist
ja fast legendär, so schnell hat er sich bei den Profis
verbreitet...
Das Hallgerät benutze ich gelegentlich, wenn ich mit Bogen
spielen will (zur Zeit der letzte Schrei bei mir) und die Raumakustik
nix hergibt, dann ist ein bischen Hall sehr schmeichelhaft.
Das Mikrofon kommt zum Einsatz, wenn ich bei Bands spiele, bei denen
keine grosse Bühnenlautstärke herrscht, im Normalfall
bedeutet das: Es ist kein Schlagzeug dabei.
Dann klingt das Mikro, welches ich einfach in den Steg packe einfach
super.
Ich mische dann je nach Bedarf mit dem zweikanaligen Preamp noch den
Pickup dazu, um eine höhere Lautstärke erreichen zu
können, bzw die Rückkopplungsgefahr zu verringern. Mit
diesem Mikro habe ich übrigens auch die tok tok tok CDs
eingespielt, da kann man also mal hören wie das klingt.
Ein Röhrenpreamp hat dabei die angenehme Eigenschaft allzu
"harte" Höhen wegzunehmen und gleichzeitig eine
besondere Kompression hinzuzufügen. Ausserdem klingt der Bass
dann irgendwie mehr "funky", was sich insbesondere bei tok
tok tok natürlich gut macht.
Live benutze ich den ART Preamp, im Studio meistens irgenwelche
superedlen Röhrendinger auf die der Tontechniker unheimlich stolz
ist. ;-)
Bei der Live-Situation muss man beachten, dass die Röhren
mikrofonisch sind, also den preamp unbedingt auf eine
schwingungsdämpfende Unterlage legen!
Der EQ dient dazu, den Pickup, der naturgemäss eine leicht
Mittenüberhöhung hat, ein bischen zu
"entnasen".
Tja, ansonsten ist noch zu erwähnen, dass das "direkt in
die PA spielen" natürlich super ist, wenn man z.B. mit dem
Zug zum Job anreist und insofern keine Lust hat, noch einen
Verstärker mitzunehmen. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Bass
im Publikum meistens besser über die PA klingt, allerdings muss
man auf der Bühne damit leben, sich selbst nur über einen
Monitor so hören, diese sind leider oft mittenoptimiert und
klingen für Bass entsprechend dünn...
Aber immer noch besser, als mit
Kontrabass/Verstärker/Rucksack/Isomatte/Anzugtasche in den
überfüllten ICE einzusteigen ;-).
So, ich hoffe dass diese Infos für euch irgendwie nützlich
oder wenigstens unterhaltsam waren, falls jemand dazu noch eine
Anmerkung oder Frage hat, bitte ich darum, mir ohne jegliche Hemmungen
zu mailen.
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